Die Oberflächenbehandlung (OB) ist eine der wirtschaftlichsten und zugleich vielseitigsten Maßnahmen in der Straßenerhaltung. Sie wird sowohl partiell zur gezielten Schadstellenbehebung als auch vollflächig zur Sanierung ganzer Streckenabschnitte eingesetzt. Ziel ist es, die bestehende Fahrbahn zu schützen, die Griffigkeit zu verbessern und die Lebensdauer deutlich zu verlängern.
Das Verfahren basiert auf einem klar definierten Aufbau: Zunächst wird die vorhandene Oberfläche gründlich gereinigt, um eine optimale Haftung zu gewährleisten. Anschließend wird ein bitumenhaltiges Bindemittel gleichmäßig aufgesprüht und direkt danach mit Edelsplitt abgestreut. Durch das anschließende Einwalzen entsteht eine neue, dünne Verschleißschicht, die sich fest mit der bestehenden Oberfläche verbindet.
Partielle Oberflächenbehandlungen kommen gezielt bei lokalen Schäden wie Kornausbrüchen, rauen oder porösen Bereichen zum Einsatz. Sie sind besonders wirtschaftlich, da nur die betroffenen Flächen bearbeitet werden. Vollflächige OB hingegen wird eingesetzt, wenn größere Bereiche altersbedingt verschlissen sind oder eine flächige Verbesserung der Oberflächenstruktur erforderlich ist.


Ein entscheidender Vorteil liegt in der Abdichtungsfunktion. Die neue Schicht verhindert das Eindringen von Wasser in die tieferen Schichten und schützt so die gesamte Straßenkonstruktion vor Folgeschäden. Gleichzeitig sorgt die raue Splittstruktur für eine hohe Griffigkeit und reduziert Aquaplaningrisiken.
Darüber hinaus ermöglicht die OB eine flexible Anpassung an unterschiedliche Anforderungen. Varianten wie einfache, doppelte oder mehrlagige Bauweisen erhöhen je nach Verkehrsbelastung die Haltbarkeit.
Trotz ihrer hohen Effizienz ersetzt die OB langfristig jedoch keine strukturelle Sanierung – sie dient primär der Oberflächeninstandsetzung und dem Werterhalt bestehender Straßen.
Allroundlösung für Straßenerhaltung
Die Oberflächenbehandlung (OB) ist ein vielseitiges Verfahren zur Erhaltung und Sanierung von Straßen – bis hin zur Befestigung. Durch Varianten wie mehrschichtige Ausführungen, doppelte OB oder Kombinationen mit Splittvorlage deckt sie ein breites Einsatzspektrum ab und passt sich unterschiedlichsten Anforderungen an.
Einfaches und effizientes Prinzip
Das Verfahren ist klar strukturiert: Auf die bestehende Fahrbahn wird eine dünne Schicht aufgebracht, mit Bindemittel besprüht und anschließend mit Gesteinskörnung abgestreut. In Deutschland kommt dafür überwiegend gebrochener Naturstein zum Einsatz.
Zusätzlicher Schutz und längere Lebensdauer
Helle Gesteinskörnungen wirken zudem reflektierend. Dadurch wird die Temperaturbelastung der darunterliegenden Asphaltschichten um bis zu 7 °C reduziert – ein Effekt, der die Alterung deutlich verlangsamt und die Lebensdauer der Straße verlängert.